Ein guter Ort

Es war lange mein Traum, das Büro für alles was das Herz begehrt wieder aufleben zu lassen. Manche Sachen macht man nicht, obwohl man von ihnen träumt, und andere Sachen macht man plötzlich, obwohl man nie daran gedacht hatte. Nach Sizilien zu fahren und Heiligenfiguren zu fotografieren, hatte ich zum Beispiel nie vor.

Von diesem Büro hingegen habe ich den größten Teil meines Lebens, seit es an dem einen Nachmittag entstand und gleich wieder verschwand, immer wieder geträumt. Offenbar wusste ich als Kind schon, worum es mir geht. Um alles, nämlich. Zwischendurch hatte ich das etwas aus den Augen verloren.

Im Studium wünschte ich mir dann, dass ich später dafür bezahlt werden würde, im Café zu sitzen und über das Leben nachzudenken. Aber das sehe ich inzwischen ein: Dafür allein kann man kein Geld verlangen. Und bis ich nun endlich einen der Berufe erlernt habe, bei denen es um alles geht – Priester, Psychologe oder Schriftsteller oder so -, betreibe ich ab sofort wieder das Büro. Zwar ohne die mechanische Schreibmaschine mit schwarzem und rotem Farbband, deren Geklapper unserem Unternehmen in seiner ersten Blütezeit den nötigen Ernst verlieh. Und auch ohne die zweite Geschäftsführerin, Judy Galant. Sie ist aber immerhin noch als spiritus rector dabei – ihr eigenes, ähnlich konzipiertes Familienunternehmen lässt ihr nicht die Zeit für mehr.

Das sind also, kurz mal eben zusammen gefasst, die Grundvoraussetzungen für meine Arbeit hier. Der Rest wird sich zeigen.

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Kategorien:Vom Schreiben

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