New York, New York

In 75 Minuten schließt die Macaron Parlour Patisserie an der Columbus Avenue, Ecke 87. Straße. Sie ist in New York mein Internet-Hafen. 75 Minuten sind nicht genug. Sie haben beim letzten Mal nicht gereicht, sie werden wieder nicht reichen. Eine Geschichte hängt halb fertig in der Warteschleife. Sie handelt von dem Tag, an dem es regnete – der ist eigentlich längst vergessen. Noch ganz frisch im Gedächtnis: der Tag, an dem ich fast in Brooklyn war. Und fast mit der Staten Island Ferry gefahren wäre. Das war gestern.

Dinge, die ich nicht nur fast, sondern tatsächlich gemacht habe: Ich war im 9/11-Museum. Und im Metropolitan Museum of Art. Ich habe mindestens 20 Spaziergänge im Central Park gemacht, einen davon mit I., die seit Jahren nicht dort gewesen war. Obwohl sie direkt gegenüber wohnt. Der Park gilt ihr bis heute als der gefährliche Ort voller zwielichtiger Gestalten, der er möglicherweise einmal war. Zumindest im Dunkeln, zumindest so weit oben, auf Höhe der 90er-Straßen. Gestern haben wir nach dem Abendessen im „Elizabeth’s Neighbourhood Table“ die ersten Schritte hinein gewagt. Und gleich das schönste Licht über dem Reservoir erwischt.

Reservoir

Es gefiel ihr.

Im Park

Als es dunkel wurde, mussten wir natürlich raus aus dem Park. Aber es war so eine schöne Luft, dass es uns verschwenderisch erschien, schon wieder ins Haus zu gehen. Also setzten wir uns auf eine der vielen Bänke an der Mauer, die den Park eingrenzt. I.s Haus gegenüber, nur die Straße und den sehr breiten Bürgersteig zwischen uns. So hatten wir den Duft von Wald und Garten im Rücken – und den Doorman des Hauses im Blick. Er hatte uns auch entdeckt und winkte. Wenn eine zwielichtige Gestalt käme, würde Franklin uns retten, da konnten wir sicher sein. Wir saßen in aller Ruhe.

Man kann sich viel erzählen auf so einer Bank. Und man hat viel zu gucken. I. amüsiert sich am liebsten über die verrückten Klamotten, die in New York zur Schau getragen werden. Sie kann sich sehr darüber wundern, wie viel Haut die Menschen zeigen. Und wie schwangere Frauen stolz ihre Bäuche in engen Kleidern präsentieren. Das gab’s früher nicht.

In 15 Minuten schließt das Café.

Die Zeit vergeht zu schnell. Vielleicht vor allem in New York. Morgen ist mein vorerst letzter Tag hier. Es gibt Lunch und die große Show im Senior-Center, ich freue mich schon sehr. Und danach wird die Zeit vielleicht langsamer vergehen. Wenn ich wieder alleine unterwegs bin. Und dann auch noch auf dem Land. Da muss doch eigentlich für alles viel mehr Zeit übrig bleiben. New York will so viel. Und ich auch.

Mein Lieblingsort heute: Der Dachgarten des Metropolitan Museum.

Dachgarten

 

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