Gen Norden

wartenaufdieweiterfahrt

Auf dem Weg in den Norden, mit dem Zug um 8.30 nach Boston. Von da mit dem Auto weiter. Teil zwei der Reise beginnt unausgeschlafen, es hat so laut geregnet in der Nacht.

Ich habe keine Ahnung, wie das Wetter in Maine ist, aber ich freue mich sehr darauf, es herauszufinden! Rain or shine, sagte I. heute in aller Herrgottsfrühe mit einer Geste der Gelassenheit. Recht hat sie: Ich nehme jedes Wetter. Zur Not kaufe ich Gummistiefel. Und gemeckert wird erst ab drei Tagen Dauerregen.

Die Vermieterin hat geschrieben, sie lässt die Tür zum Cottage auf und legt den Schlüssel auf den Tisch. Es wird mindestens zehn Stunden dauern, bis ich das mit eigenen Augen sehe – es ist der weiteste Weg der ganzen Reise. Das kommt, weil ich erst das Haus gebucht habe und dann nachgesehen habe, wie weit es von New York entfernt ist.

Bis zum Bahnhof waren es jedenfalls nur 20 Minuten mit dem Taxi. Aber zur Sicherheit, weil man ja nie weiß, was sich einem noch so in den Weg stellt, waren I. und ich anderthalb Stunden vor Abfahrt des Zuges unten bei den Doormen. Der eine trug mir den Koffer, der andere hielt ein Taxi an, es war wie im Film. I. findet es ganz normal und gab jedem der beiden Herren zwei Dollar Trinkgeld.

Der Taxifahrer hielt dann einen für mich größtenteils unverständlichen Monolog. Nur dies wurde deutlich: Er kann an der Art, wie Menschen ein Taxi anhalten, erkennen, wie weit sie fahren wollen. Die, die ihn für läppische zwei Blocks belästigen, werfen sich quasi vor das Auto. Wer weit fährt, ist ruhiger. „I can see it in their face, you know?“

Am schlimmsten sind wohl die Passagiere, die ungeduldig hinten sitzen und genervt den Kopf schütteln, sobald er an einer Ampel halten muss. Er will Obama davon berichten, damit der den Leuten erzählt, dass die Taxifahrer nichts für den Verkehr können. Er befürchtet nämlich, dass es wegen dieser Ampel-Sache irgendwann noch zu tumultartigen Szenen kommt.

Bis Obama soweit ist, kann ich es ja schon mal an dieser Stelle festhalten: Die Taxifahrer von New York können nichts für den Verkehr!

Heute Morgen waren die Straßen von Manhattan aber nun noch recht leer. Also war ich eine Stunde vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Eigentlich auch mal ganz schön. Hier an der Penn Station spielen sie leise Klaviermusik. Das beruhigt die Gemüter aufgeregter Reisender.

So, los geht’s. Hurra!

Kategorien:Auf Reisen

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2 replies »

  1. Gute Reise – du bist bestimmt gut angekommen! Freue mich auf deine nächste Geschichte! Liebe Grüße aus dem viel zu heißen Osnabrück

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